Historie der Stolberger Lerchen
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Zeitreise durch die Geschichte der Stolberger Lerchen, ihre Entstehung und Fertigung:

Fertigung dünner Bratwürste, bei der eine grobstrukturierte Masse aus Schweinfleisch in Schafs- oder Ziegendarm gepresst und herzhaft gewürzt wird, anschließend werden sie geräuchert und luftgetrocknet.

1823
Erwähnung der Stolberger Lerchen in einem Taschenbuch für Reisende als „wohlschmeckende Würstchen“

Mitte 19. Jh.
Fleischermeister und Gastwirt Ernst Mansfeld zieht ins heutige Gasthaus “ Kupfer “ ein, benannt nach seinem Urenkel, Erich Kupfer.

1870
Mansfeld stopfte eigenhändig mehrere Kilo schmackhafter Würste (darunter auch die berühmten „Stolberger Lerchen“) und expedierte das alles nebst etlicher Flaschen Korn ins Kriegslager nach Frankreich.

Dort angekommen muss es dem preußischen Prinzen, Moltke und den übrigen Herren des Hauptquartiers so vortrefflich gemundet haben, dass er schon aus dem Kriege her mehrere Schreiben bekam, die ihn als „Patriot“ auszeichneten.
Diese Schreiben ließ er rahmen und in seinen Gästezimmern aufhängen.

Einige Briefe, welche aus dem Feldlager nach Stolberg gesandt wurden und noch heute als Original erhalten sind:

Hauptquartier der Maas Armee, Margency am 28.Februar 1871
Euer Wohlgeboren

Freundliche Zeilen vom 4tend d.(es) M.(onats) nebst dem wohlschmeckenden „Feldfrühstück“ Habe ich gestern richtig empfangen. Für beides spreche ich Ihnen hiermit meinen Herzlichsten Dank aus.

Mit freundlichem Gruß
Ihr ergebener
Gr(af) v. Moltke
General der Infanterie und
Chef des Generalstabes der Armee
Versailles, den 21, November 1870

An den Fleischer-Meister
Herrn Mansfeld
Wohlgeboren
in Stolberg a/H

Ew. (Euer) Wohlgeboren

Verfehle ich nicht, ergebenst mitzuteilen, daß Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Sachsen, mein gnädigster Herr, die ihm übersendeten “ Stolberger Lerchen “ nebst dem Nordhäuser huldvollst entgegenzunehmen geruht und daß Höchstdemselben dieses ächt Deutsche Frühstück hier vor der besiegten Hauptstadt des Feindes trefflich gemundet hat.
Sr.( Seine) Königliche Hoheit befiehlt mir, Ew. Wohlgeboren Seinen auffrechtigsten Dank für diese Sendung und die dargelegten patriotischen Gesinnungen auszusprechen.

Mit vollkommenster Hochachtung

Ew. Wohlgeboren
Ergebenster
Graf Vitzthum

Adjutant S. (einer) K. (öniglichen) H. (oheit) des Kronprinzen von Sachsen.

Dem Fleischermeister
Herrn Mansfeld
Wohlgeboren
Stolberg

Versailles, den 28.November 1870

Euer Wohlgeboren sage ich besten Dank für das Harzer Feldfrühstück und das Andenken auf der Flasche.

v. Bismarck

An den Fleischermeister
Herrn Mansfeld
Wohlgeboren
zu Stolberg a./ Harz
Hauptquartier Pithiviere, den 23(sten) November 1870

Für Ihr mir in dem Schreiben vom 4 (ten) d.(es) M.(onats) ausgesprochenen freundlichen Glückwünsche, sowie für die demselben beigefügten höchst wohlschmeckenden Stolberger Lerchen nebst dem “ Nordhäuser Korn“ sage ich Ihnen meinen verbindlichsten Dank.

Der General Feldmarschall
Friedrich Karl

Königliches Hof Marschall Amt
Euer Wohlgeboren

Beehre ich mich ergebenst mitzuteilen, dass Seine Majestät der König die mit dem Immediatschreiben vom 4: d.(es) M.(onats) übersandten Stolberger Lerchen g(nädig) anzunehmen und mich dabei zu beauftragen geruht haben Euer Wohlgeboren den Dank Seiner Majestät für die dadurch zu erkennen gegebenen patriotischen Gesinnungen auszusprechen.

Versailles den 23: November 1870
Pückler

4. Januar 1873
Fleischermeister Ernst Mansfeld erhält das Patent als Hofschlächtermeister und Hoflieferant seiner königlichen Hoheit, des Prinzen Karl Friedrich, und das Recht das königliche Wappen am Hause und auf Briefbögen und Visitenkarten zu führen.

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